PM: 04.05.2006
Beschlüsse der Koalition gefährden Integrationsarbeit
„Ein falsches Signal“
Pressemitteilung vom 04.05.2006
Zur Finanzierung der Veränderungen im
Etatentwurf der Landesregierung haben die Koalitionsfraktionen
beschlossen, unter anderem den Ansatz bei den Mitteln für die
Migrationssozialarbeit um zwei Millionen Euro zu kürzen.
„Gerade in der heutigen Zeit, in der über die Frage des
Integrationswillens der Migrantinnen und Migranten debattiert wird, ist
es kontraproduktiv, wenn die Mittel, die für die Arbeit mit den
Menschen, die sich um Integration bemühen, zusammengestrichen werden
und die Migrantinnen und Migranten ein falsches Signal erhalten“, sagt
Tayfun Keltek, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der
kommunalen Migrantenvertretungen Nordrhein-Westfalen.
Die freien Wohlfahrtsverbände werden von diesen Kürzungen in besonderer
Weise betroffen sein und ihre „Vor-Ort-Angebote“ die insbesondere
darauf angelegt sind, im Rahmen der so genannten nachholenden
Integration Hilfe zu leisten, sind gefährdet. Das, was eigentlich
stattfinden sollte, nämlich Integrationsdefizite zu beheben, findet
dann wohl nicht im vom Integrationsministerium gewünschten Umfang statt.
„Da ist es auch kein Ausgleich, wenn gleichzeitig die Mittel für
frühkindliche Sprachförderung um zwei Millionen Euro angehoben werden,
zumal noch gar nicht geklärt ist, wie die Landesregierung verbindliche
Sprachkurse durchsetzen will und mit welchem wie qualifizierten
Personal welche Inhalte vermittelt werden sollen“, so Keltek weiter,
„unter diesen Voraussetzungen bleibt es fraglich, ob die Mittel
überhaupt in voller Höhe abfließen werden.“
Gleichzeitig unterstützt Keltek die Forderung der
Integrationsbeauftragten des Bundes und der Ländern an die
Bundesregierung, die Integrationskurse für Neuzuwanderer und schon seit
langem hier lebende Migrantinnen und Migranten auszubauen, dem
festgestellten Veränderungsbedarf anzupassen und vor allem auf eine
Kürzung der Bundesmittel zu verzichten.
„Für Bund und Land gilt in gleichem Maße: Man kann nicht Integration
fordern und gleichzeitig die erforderlichen Mittel kürzen. Das ist
unehrlich und legt den Schluss nahe, dass wieder einmal nur
Schaufensterreden gehalten wurden“, sagt Keltek abschließend.