Einbürgerungstest
Hessische Einbürgerungsfragen: Gesinnungstest im
Schafspelz
Pressemitteilung vom 16.03.2006
„Gesinnungstest im Schafspelz“, so der spontane Kommentar von Tayfun Keltek, Vorsitzenden der LAGA NRW, nach dem er sich den hessischen Fragenkatalog zur Einbürgerung angesehen hat.
„Gesinnungstest im Schafspelz“, so der spontane Kommentar von Tayfun
Keltek, Vorsitzenden der LAGA NRW, nach dem er sich den hessischen
Fragenkatalog zur Einbürgerung angesehen hat.
Keltek: „Mal wieder stehen in Hessen Wahlen an und man muss das
Schlimmste befürchten, denn schon einmal hat der jetzige
Ministerpräsident die Wahlen mit einer Unterschriftenaktion gegen die
Einbürgerung der Migrantinnen und Migranten unter der Hinnahme der
Mehrstaatlichkeit gewonnen. Nun geht das Theater abermals los. Am Ende
bleibt ein Scherbenhaufen der jahrelangen Integrationsarbeit.“
Die LAGA NRW und ihre Mitglieder fordern die Landesregierung in NRW
dazu auf, der Initiative des hessischen Innenministeriums eine klare
Absage zu erteilen und sie in der Innenministerkonferenz im Mai zum
Scheitern zu bringen.
Migrantenvertreter in NRW können die Diskussion um
Einbürgerungsverfahren nicht verstehen. Denn „damit trifft man
zuallererst die integrationswilligsten Migranten“, so die einhellige
Meinung der Migranten in den Integrationsräten und Ausländerbeiräten.
„Lieber sollte man sich darüber Gedanken machen, wie die
Einbürgerungszahlen, die seit Jahren rückläufig sind, wieder steigern
könnten“, ist vielerorts zu hören.
„Einbürgerung ist nicht nur eine rationale Entscheidung, vielmehr eine
emotionale und aus diesem Grund muss jede Debatte über
Verfahrensänderungen diese Tatsache berücksichtigen. Denn, fühlen sich
die Einbürgerungswilligen hier nicht erwünscht oder als Deutscher
zweiter Klasse, was wohl solcher Gesinnungstests schüren, werden die
Migranten die Finger davon lassen. Der Staat darf außerdem Menschen mit
gutem Willen nicht mit kollektivem Verdacht und Misstrauen begegnen“,
äußert Keltek seine Besorgnis.
Migrantenvertreter in NRW hoffen auf die gleiche Haltung der
Landesregierung, die sich bereits klar vom so genannten Muslimtest in
Baden-Württemberg distanziert hat.