PM 20051102
Pressemitteilung vom 02.11.2005LAGA NRW fordert: Kein Kopftuchverbot in NRW
Die LAGA NRW lehnt ein generelles Kopftuchverbot für muslimische Lehrerinnen, wie es der Gesetzentwurf der Koalition aus CDU und FDP vorsieht, ab.
Denn gleichzeitig wird festgehalten, dass die Darstellung christlicher
und abendländischer Bildungs- und Kulturwerte oder Traditionen dem
Neutralitätsgebot nicht widerspreche. Die Tracht von Ordensschwestern
oder die jüdische Kippa bleiben daher zulässig.
Eine solche Bevorzugung des Christentums ist nach Ansicht der LAGA NRW mit unserem Grundgesetz nicht vereinbar.
Dem Leiter des katholischen Büros Nordrhein-Westfalen, der sich
ebenfalls kritisch zum Kopftuchverbot geäußert hat, ist beizupflichten
wenn er sagt, dass hier „mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird“.
Der Vorsitzende der LAGA NRW Tayfun Keltek: „Die bestehenden
Instrumente reichen aus um zu verhindern, dass Lehrerinnen an die
Schulen kommen, die ihrem Bildungsauftrag nicht nachkommen oder die
ihnen anvertrauten Schülerinnen und Schüler weltanschaulich
manipulieren. Ein generelles Arbeitsverbot für Lehrerinnen mit Kopftuch
benachteiligt einseitig Frauen und trifft gerade diejenigen, die sich
durch eine qualifizierte Ausbildung um Integration bemüht und einen
eigenständigen Platz in unserer Gesellschaft gefunden haben.“